Newsletter 18.12.2015

Vieles hat uns in den vergangenen Monaten in Röbel bewegt. Einzelschicksale brachten auf besondere Weise die Folgen von Krieg und Flucht zum Ausdruck. Besonders betroffen macht das Schicksal des jungen Syrers, der in Folge einer Kriegsverletzung letztlich sein Bein verloren hat. Die lange Zeit vom ersten Arztkontakt in Deutschland und der Versorgung in einer Klinik machte wieder einmal deutlich, wie mühevoll und für den einzelnen Menschen wenig nachvollziehbar die derzeitigen bürokratischen Prozedere in der Umsetzung der Gesundheitsversorgung für Asylsuchende nach dem anzuwendenden Asylbewerberleistungsgesetz sind. Das ist zu hinterfragen und zu kritisieren. Deutlich machen wir, dass nach eingehender Prüfung und Durchsicht der Unterlagen in diesem Fall niemanden eine persönliche Schuld am Verlust des Beines trifft.

Besonders der Sozialbetreuer des CJD Herr Peter Scheifler hat im Rahmen seiner klar definierten Zuständigkeiten alles Mögliche getan um in dieser Geschichte zu unterstützen. Von einer Schuldzuweisung an Herrn Scheifler distanzieren wir uns ausdrücklich und entschuldigen uns, wenn durch eine emotionalisierte, unsachliche Diskussion hier Schaden an seiner Person entstanden ist. Wir bitten ausdrücklich darum, zu unterlassen Herrn Scheiflers Ruf durch falsche Anschuldigungen zu schädigen.

Mit diesem Wort möchten wir allen offiziell beauftragten Stellen und Mitarbeitern in der Migrationsarbeit, die oft, wie wir alle in der derzeitigen Situation, überfordert sind, in den letzten Monate, für ihren Einsatz danken. Im besonderen gilt aber unser Dank auch all den Ehrenamtlern, Spendern, Organisatoren, Unterstützern und Menschen, die offen ein freundliches, menschliches Gesicht gezeigt haben, die Menschen in absoluter Ausnahmesituation nach Krieg und Flucht, Hilfe und Unterstützung geben.

In diesem Sinn wünschen wir ein frohes, friedvolles Weihnachtsfest, in dem sich auch hoffentlich unsere neuen Mitbürger wieder finden können. Für das nächste Jahr wünschen wir all den Angekommenen eine Lösung ihrer Probleme, einen Halt zu finden und zu Hause zu sein unter uns. Für unsere Arbeit weiterhin viele Unterstützer und Ausdauer, im leben echter Toleranz und Integration.