Newsletter 20.05.2016

Ein heiteres, unbeschwertes Willkommensfest mit tollen Attraktionen feierte die ridato-Flüchtlingshilfe am 12. Mai mit Röbeler Alt- und Neubürgern und zahlreichen Besuchern.  Sogar der Wettergott meinte es gut und ließ den ganzen Tag die Sonne über dem Röbeler Hafenplatz scheinen.

International war schon der Auftakt: Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern begrüßten die Anwesenden in acht verschiedenen Sprachen. Dann eröffnete Schirmherr Landrat Heiko Kärger das Fest mit einem arabischen Sprichwort: „Du kommst als Fremder und gehst als Freund.“ Danach folgte ein Höhepunkt dem anderen… Das reichhaltige Buffet mit syrischen und afghanischen Spezialitäten fand im Nu seine Abnehmer. Dann füllte sich das Festzelt bis auf den letzten Platz: Der Syrer Aseel beschrieb in seinem bebilderten Vortrag „Syrien – das Land hinter mir“ eindrucksvoll Ursachen und Wege der Flucht. Das ging allen unter die Haut! Die anmutigen Vorführungen der Tanzgruppen des TSV 90 brachten den Platz zum Beben und wurden spontan mit syrischen Tänzen gekontert. Das TSV-90-Karate-Training animierte Mädchen und Jungen zum Mitmachen und zeigte, dass die richtigen Gebärden gar nicht so einfach auszuführen sind – und dass das auch mit Kopftuch zu bewerkstelligen ist. Bei gemeinsamem kreativem Tun fanden Kinder  unterschiedlicher Herkunft zueinander und die Kleineren feierten internationale Gemeinsamkeit beim Toben in der Hüpfburg.

Der Flüchtlingsrat MV erläuterte unter dem Motto „Aufklären statt hetzen“ die Situation der Flüchtlinge in Europa und in den Flüchtlingslagern rund um Syrien in einem eigens dafür aufgebauten Original-UNHCR-Zelt. Die darin vorbereiteten Informationen beeindruckten nicht nur die Honoratioren unter den Gästen.  Die Ausstellung der individuellen Lebenswege von Röbeler Geflüchteten offenbarte die häufig tragische Seite der Einzelschicksale und hinterließ viele nachdenkliche Besucher.

Währenddessen ging es auch in der ridato-Kleiderkammer bei Tee und süßen Köstlichkeiten hoch her. Viele Röbeler interessierten sich für die Unterrichtsmaterialien im Deutschunterricht. Zwei syrische Mädchen setzten mit viel Charme bei den ganz Mutigen das syrische Schönheitsideal des gekonnt gebundenen Kopftuches um.

Den fulminanten Schlusspunkt setzte der HeartChor mit seinen zu Herzen gehenden Liedern. Damit auch die ausländischen Mitbürger die Texte verstehen, wurden diese vor dem Singen ins Arabische übersetzt. Vor der großen Treppe am Hafen vereinten sich Alt- und Neubürger zum gemeinsamen Singen und bildeten unter der milden Abendsonne eine glückselige Gemeinschaft. So einfach ist es, unter verschiedenen Nationen und Weltanschauungen Frieden zu halten!

Ein solch gelungenes Fest ist nicht das Werk eines Einzelnen. Und so geht unser Dank an all jene, die bei den Vorbereitungen, aber auch am Festtag selbst mit Rat und Tat ihren Teil dazu beigetragen haben. Ganz besonders bedanken wir uns beim TSV 90 und dem HeartChor, die mit ihren Auftritten Alt- und Neubürger und deren Gäste gleichermaßen begeistert haben.