Newsletter 24.01.2016

Ein aufregendes Jahr liegt hinter uns, in dem wir in unserer Arbeit für die Flüchtlinge viel Bereicherndes erleben durften, in dem uns aber oft auch viel Improvisationskunst und Flexibilität abverlangt wurde. Gemeinsam gefreut haben wir uns mit den Flüchtlingen, die schließlich die ersehnte Aufenthaltserlaubnis in Deutschland oder zumindest subsidiären Schutz erhalten haben. Wehmut ergriff uns aber auch, wenn Menschen, die uns inzwischen ans Herz gewachsen waren, Deutschland wieder verlassen mussten. Denn für uns sind die Flüchtlinge nicht einfach Angehörige von Volksgruppen, sondern Menschen mit einem Namen und einem Gesicht. Und immer wieder mussten wir Trost spenden, wenn es mit dem Asylverfahren einfach nicht voran ging.

Der Deutschunterricht wurde ausgebaut und durch das Jobcenter in Trägerschaft mit der Volkshochschule auf eine solide Grundlage gestellt. Verteilt auf drei Tage pro Woche bietet ridato derzeit insgesamt neun Deutschkurse in öffentlichen Räumen an. Zusätzlich erteilen ehrenamtliche Deutschlehrer in Kleingruppen Individualunterricht, der dem jeweiligen Leistungsstand der Lernenden besser angepasst werden kann. Denn das Spektrum der Vorkenntnisse unserer Neubürger ist weit gespreizt: Einige haben noch Probleme mit unseren Schriftzeichen, andere verfügen über Englischkenntnisse als hilfreiche Mittlersprache und manche haben bereits vor ihrer Ankunft in Röbel ein wenig Deutsch gelernt.

Die Kleiderkammer ist dank der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung gut gefüllt und wird stark frequentiert. Insbesondere warme Winterkleidung war stark nachgefragt. Für die unbegleiteten jungen Minderjährigen fehlt es allerdings weiterhin an Kleidung in den großen Kindergrößen und Schuhen. Wir denken über eine Erweiterung der Öffnungszeiten – auch am Nachmittag – nach und werden dies zu gegebener Zeit bekanntgeben.

Immer mehr Ehrenamtliche bieten den Röbeler Neubürgern ihre Begleitung an, von der stundenweise Hilfe bei der Bewältigung des Alltags in einem für sie fremden Land bis hin zu einer alles umfassenden Patenschaft. Es gibt kaum eine effizientere Unterstützung für die Neuankömmlinge.

Das neue Jahr hat für uns gut begonnen: Die Familie des Syrers Osama mit dem kleinen Kenan, dessen Schicksal so viele bewegte, ist endlich wieder vereint und hat in Röbel eine neue Bleibe gefunden. Wir danken allen, die – sei es durch ihre  Spende oder durch tatkräftige Unterstützung – daran Anteil hatten. Allen voran gebührt Heike Zoch unser großer Respekt, die sich bis zur persönlichen Erschöpfung für diese Familie eingesetzt hat.

Den Beginn des neuen Jahres nehmen wir zum Anlass, um allen, die unsere Flüchtlingsarbeit bisher so vorbildlich unterstützten, ganz herzlich zu danken. Unser Dankeschön gilt den vielen Privatpersonen, die durch ihre Arbeitskraft, durch Sach- und Geldspenden zum Erfolg unserer Arbeit entscheidend beigetragen haben. Besonderer Dank gebührt auch der regionalen Geschäftswelt und den örtlichen Vereinen, die uns durch Spenden und Sachleistungen in die Lage versetzten, dort Hilfe zu leisten, wo sie dringend gebraucht wird. Wir hoffen, Sie alle bleiben unserer Sache gewogen und wir dürfen auch in 2016 mit Ihrer Unterstützung rechnen.

Zum Schluss noch eine Personalie: Heike Zoch ist mit Wirkung vom 21. Januar 2016 auf eigenen Wunsch aus der ridato – Flüchtlingshilfe Röbel ausgeschieden, um sich künftig noch intensiver auf ihre Aufgaben als Flüchtlingspatin zu konzentrieren. Im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes steht sie darüber hinaus auch weiterhin den Flüchtlingen der Stadt Röbel als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Wir danken ihr für die fruchtbare Zusammenarbeit und ihr überragendes Engagement für die Flüchtlinge in Röbel und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.

Monika Lempe