ridato wünscht frohe Osterfeiertage

Wer Lust hat und sich vom Wetter nicht abhalten lässt, reiht sich mit ridato-Helfern und ihren Schützlingen in die Festgemeinde beim Röbeler Osterfeuer am Samstag, 31.03.2018 um 18 Uhr auf dem Festplatz ein.

Das Osterfest steht vor der Tür und auch die in Röbel lebenden Kinder unserer Geflüchteten werden an unseren Festtagen ein kleines Nest mit Süßigkeiten, überreicht von ihren ridato-Paten, in den Händen halten.

In den Winterferien durften acht der von uns betreuten Migrantenkinder vier unbeschwerte Stunden in der Röbeler Therme genießen und hatten somit auch „mein schönstes Ferienerlebnis“, von dem sie nach den Ferien in der Schule berichten konnten.

Die Zahl der Geflüchteten liegt in Röbel jetzt bei noch 45 Menschen aus Syrien, Afghanistan, der Ukraine, Tschetschenien, Palästina und Somalia. Die Wohnungen des Landkreises werden nun endgültig geräumt. Neuer, vom Jobcenter genehmigter Wohnraum muss gefunden und wieder eingerichtet werden.

Die unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten drücken weiterhin die Schulbank, pauken für einen guten Schulabschluss und verbessern ihre Deutschkenntnisse, um fit für den Beruf zu sein. Hoffnungsvolle Bewerbungen werden auf den Weg gebracht – und oft kommt gar keine Antwort. Für unsere jungen Geflüchteten ist dies noch schlimmer als eine Absage.

Für einige erwachsene Migranten liegt die Schwelle zum Erreichen des B1-Sprachniveaus zu hoch. Sie erhalten von uns zusätzlich privaten Sprachunterricht und einige zeigen durchaus Ehrgeiz. Aber Deutschland wird damit leben müssen, dass manche der Migranten die Bedingungen des Jobcenters zur Arbeitsvermittlung (B2- oder mindestens B1-Sprachniveau) nicht erreichen werden. Die Hürde ist für sie zu hoch. Gleichwohl wollen gerade diese Menschen sich ganz besonders dringend nützlich machen und arbeiten. Es müsste sich doch eine Tätigkeit auch für jene finden lassen, die nicht so gut deutsch sprechen und schreiben können! Integration über die Arbeit – das ist doch ein guter Weg.

Ein junger Migrant aus Neubrandenburg fasste jüngst die Probleme der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt wie folgt zusammen:

  1. Sprache: Die Sprache kann man nicht allein in der Schule lernen .Man braucht auch viele Kontakte mit deutschen Leuten.
  2. Bürokratie: im Zusammenhang mit der Anerkennung von Zeugnissen, besonders bei Studenten.
  3. Vorurteile: gegenüber Flüchtlingen, besonders gegenüber Frauen mit Kopftuch und islamischer Kleidung. Trotzdem haben sie große Erfahrungen und Fähigkeiten in vielen Bereichen.
  4. Kindergartenplätze: Es gibt nicht genug Plätze in den Kindergärten, deswegen muss oft einer von beiden Eltern zu Hause bleiben.
  5. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Für das Amt spielen Vollzeit-Sprachkurse für die Integration eine große Rolle. Das ist ein großer Fehler, weil Kontakte wichtiger sind für eine richtige Integration.

Zumindest in Bezug auf Sprache und Kontakte können wir bei ridato direkt helfen. Und so hoffen wir mit den Röbeler Migranten, dass es bald auch mit der Arbeitsaufnahme klappt.

Wir danken allen Unterstützern und wünschen allen Röbeler Alt- und Neubürgern frohe Osterfeiertage – und dass es vielleicht doch noch Frühling werden möge.

Monika Lempe