Zum Jahresende

Nur noch wenige Tage, dann ist auch das Jahr 2017 Geschichte. Für die ridato-Flüchtlingsinitiative endet das Jahr mit der Auflösung der Kleiderkammer in der Warener Chaussee. Das Haus muss der geplanten Bebauung am Hafen weichen und so entfällt auch der beliebte Treffpunkt. Diejenigen, die in Röbel eine neue Heimat gefunden haben, finden in ihren Paten feste Ansprechpartner. ridato ist auch künftig mit Rat und Tat für die Geflüchteten da. Eine feste Anlaufstelle, wie es unsere Kleiderkammer war, ist beim derzeitigen Stand der Flüchtlingszahlen nicht zwingend notwendig und so wollen wir beobachten, ob sich die angestrebte direkte Kontaktaufnahme bewährt.

Der Helferkreis trifft sich weiterhin jeden Monat zu einem Erfahrungsaustausch. Das erste Treffen im neuen Jahr findet am Montag, dem 8. Januar 2017 um 16:00 Uhr in „Der kleine Laden“ (Ibena), Pferdemarkt 8, Röbel, statt. Helfer und Ratsuchende sind herzlich willkommen.

Viele Geflüchtete haben inzwischen Röbel verlassen, um anderswo ihr Glück zu versuchen. Aber die Verbindungen zu ihren deutschen Freunden in Röbel bestehen oftmals weiterhin und so können wir aus der Ferne Anteil am weiteren Geschehen nehmen.

Einige Geflüchtete wiederum haben hier in Röbel neue Wurzeln geschlagen und sind inzwischen ein Teil unserer Gesellschaft geworden. – Und werden nun dennoch in ihr Heimatland zurückgeschickt. Wir verstehen zwar die Gesetzeslage, können aber nicht fassen, dass die ukrainischen Familien mit ihren Kindern schon bald Röbel verlassen sollen. Wir appellieren an die Politik hier aus humanitären Gründen einen weiteren Aufenthalt zu gestatten. Die Väter und Mütter arbeiten bzw. haben gerade einen Ausbildungsplatz gefunden, die Kinder besuchen erfolgreich unsere Schulen. Die ehemals traumatisierten Kinder haben endlich angefangen, wieder Vertrauen in ihre Umgebung zu finden und sind fest in der Klassengemeinschaft und in Sportgruppen verankert. Ihre inzwischen erworbenen Deutschkenntnisse verhelfen ihnen zu guten Lernergebnissen und machen Hoffnung auf einen erfolgreichen Schulabschluss. Dies alles würde durch die nun beschlossene Ausweisung wieder zunichte gemacht. Deshalb unser dringender Appell an die entsprechenden Behörden: Bitte, finden Sie einen Weg, diesen beiden Familien ein Leben in Deutschland, in Röbel, zu ermöglichen!

Wenn wir in diesen Tagen unsere Weihnachtsrituale leben und dies ganz selbstverständlich im Kreise unserer Lieben und in unserem gewohnten kulturellen Umfeld tun dürfen, geht mir durch den Kopf, wie schwer es für die Geflüchteten sein muss, an ihren speziellen Festtagen so fern von der Heimat und von ihren Familien zu sein. Frieden auf Erden! Wann wird dieses Gebot endlich erfüllt?

Wir danken am Ende dieses arbeitsreichen Jahres all unseren Förderern und Spendern für ihre Unterstützung und hoffen, Sie bleiben uns gewogen. Die ridato-Flüchtlingsinitiative Röbel wünscht allen Menschen in Röbel und anderswo frohe und geruhsame Weihnachtsfeiertage und ein gesundes, friedliches Jahr 2018.

Monika Lempe
für die ridato-Flüchtlingsinitiative