Newsletter 09.11.2015

Am heutigen, geschichtsträchtigen Datum (Reichsprogromnacht 9.11.1938) sind wieder viele neue Informationen weiterzugeben. Letzte Woche eröffnete unsere Kleiderkammer in der Warener Chaussee. Jeden Mittwoch und Donnerstag von 10-13:00 können dort nun Sachspenden abgegeben werden und an geflüchtete Menschen verteilt werden. Der Deutschunterricht am Donnerstag findet ebenfalls seit letzter Woche, in der Schule am Gotthunskamp statt. Ab 14:00 bis 15:30 können dort in mehreren Gruppen Deutschkenntnisse erworben werden. Anschließend findet in der Synagoge, Engelscher Hof, unser Treff für neue Mitbürger, Helfer und Interessierte statt. Von 15:30 bis 17:00. Pro Person wird dort 1,-€ für Kaffee und Kuchen erhoben, um die Kosten für den Engelschen Hof zu decken. Gerne können sich hier noch Interessierte engagieren, z.B. bei der Kuchenausgabe.

Nach wie vor betreffen uns die Schicksale der zu uns geflüchteten Menschen sehr. Je näher und vertrauter diese Menschen werden, um so tiefer lassen sie in ihre tragischen Geschichten blicken. Die Erfahrung, mit Hilfe an Grenzen zu stoßen, auszuhalten, was man kaum fassen kann, das muss abgefangen werden. Darum habe ich mich bemüht, für die Helfer, im besonderen die Paten von ridato, eine Begleitung, eine Supervision und Fortbildungsangebote zu organisieren. Auch Gelder werden aquiriert werden können, um an diesem Angebot teilnehmen zu können. In Kürze wird es einen Termin mit einem Supervisor geben, an dem wir uns kennenlernen können.

Unser Patenprojekt trägt im Moment schon fünf Familien und mehrere Einzelpersonen. Vielfältig sind dabei die Aufgaben. Von einfachsten Dingen im Alttag, Spracherwerb, Organisation bis hin zu schwierigsten Schicksalsfragen ist alles dabei. Das im letzten Newsletter geschilderte Schicksal der syrischen Familie hat an Dramatik erheblich zugelegt. Mittlerweile besteht zu der Mutter und den Kindern persönlicher Mailkontakt.

Zum Ende des Jahres wird es kritisch, weil für den jüngsten Sohn keine Medikamente mehr beschafft werden können, weil die Krankenversicherung ausläuft und keine neue Krankenversicherung mehr abgeschlossen werden kann. Der Kleine leidet u.a. an Epilepsie. Ohne Medikamente wird das u.U. Lebensbedrohlich. In Kürze startet ein Spendenaufruf über die Plattform www.betterplace.org. Morgen steht ein wichtiger Termin an, der helfen soll, die ganze Sache so schnell als möglich zu lösen, so dass die Mutter mit den drei Kindern nach Deutschland ausfliegen kann. Spenden für die Flugtickets können auf das Konto von ridato unter dem Kennwort „Kenan“ oder auf das Konto des Flüchtlingsrates MV (mit Spendenbescheinigung) unter Angabe „ridato Flüchtlingshilfe Röbel Kenan“ eingezahlt werden. Die Kontonummern findet ihr unter dem Punkt Spenden auf der Startseite.

Ich wünsche euch eine gute Zeit, viel Kraft und Ausdauer im Zusammenleben mit den vielen neuen und interessanten, schicksalsgebeutelten Menschen.

Heike Zoch

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